Nachdem Sophie letzten September hier anfing zu arbeiten, wir uns besser kennenlernten, fanden wir kurz vor Weihnachten heraus, dass wir beide Klettern lieben. Daher brachte ich kurzerhand nach meinem Weihnachtsurlaub in Deutschland mein Kletterzeug mit und wir fingen Anfang Januar an, die Wände zusammen zu erklimmen. Es war fantastisch: wir hatten jede Menge Spaß und einige Klettergäste, von denen wir leider nur Michaël überzeugen konnten, es dauerhaft zu versuchen. Als Sophie dann im april einen Unfall hatte, konnte sie lange Zeit ihren linken Fuss nicht belasten. Aber sie wäre nicht Sophie, wenn sie nicht die Zähne zusammenbeisen würde und so schnell wie möglich wieder anfängt. Sie konnte schnell ihre alte Hochform zurückgewinnen. Daher entschlossen wir uns im August, den nächsten Schritt zu wagen: Vorstieg. Dass bedeutet,, anstelle eines sicheren Seiles immer vom oberen Ende der Wand, dass man das Seil erst nach oben bringen muss. Damit man nicht ganz ungesichert klettert, brauch man noch sogennante Exen, kurz für Expresskarabiner, Doppelkarabiner die als kurzweilige Sicherungpunkte dienen, bis man den nächsten in der Wand setzt.Leider ist das mit dem Klettern hier in Schweden (und auch Kanada) nicht so einfach wie in Deutschland. Da muss man nur unterschreiben, dass man irgeneine Sicherungsart beherscht und man kann anfangen. Hier muss man entweder bescheinigen lassen, dass man klettern kann, oder man belegt einen Kurs; beides gibt einem einen Kletterschein, welcher die jeweilige Befähigung kennzeichnet: Toprope oder Vorstieg.
Ich hatte schon Vorstiegerfahrung in Deutschland gesammelt, drinnen und draußen. Da es aber nicht so intensiv und lange her war, entschloss ich mich einen kompletten kurs zu belegen. Michaël und Sophie waren natürlich auch dabei und der Kurs war in der zweiten Septemberwoche. Er war in zwei Teile unterteilt, zu jeweils zwei Stunden. Im ersten Kursteil haben wir nur die Grundlagen gelernt und ein paar mal damit geübt, die Wände hoch und runter zu kommen. Im zweiten Teil, die Woche darauf, ging es um Wiederhohlung und Sturztraining. Leider hatte Sophie einen kleinen Unfall: sie kam kopfüber runter. Glücklicherweise hatte sie außer einem Schock und einem blauen Fleck keine schwerwiegenden Verletzungen. Nach diesem Erlebnis war es eine gute Entscheidung, den Kurs die Folgewoche zu wiederholen. Meiner Ansicht nach war es sogar doppelgut, da der Instruktör wesentlich Rücksichtsvoller war und mit mehr Rat, Tipps und Tricks zur Seite stand. Und am Ende bekamen wir auch unsere rote "ledkort".
Da ich bereits im April ein Seil in Deutschland gekauft habe, und im August zusammen mit Sophie die Expresskarabiner, können wir jetzt selbstständig üben und dann hoffentlich im nächsten Jahr endlich draußen die Felsen erklimmen...
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